Wer sich auch nur ein wenig mit zeitgenössischer Kunst beschäftigt, wird früher oder später auf den Namen Jonathan Meese stoßen – und ihn so schnell nicht wieder vergessen. Der deutsche Maler und Bildhauer ist eine der schillerndsten, widersprüchlichsten und zugleich faszinierendsten Figuren der internationalen Kunstszene. Mit seiner Mischung aus roher Malerei, explosiven Performances und einem ganz eigenen Weltbild hat er sich einen festen Platz in der Kunstgeschichte der Gegenwart gesichert. Wer also wissen möchte, was Meese Jonathan wirklich antreibt, welche Werke ihn berühmt gemacht haben und was es mit Jonathan Meese teuerstem Bild auf sich hat – hier erfährt man es.
Biografie und Herkunft – Ein Leben zwischen Tokio und Berlin
Jonathan Meese wurde am 23. Januar 1970 in Tokio, Japan, als drittes Kind einer deutsch-walisischen Familie geboren. Eine ungewöhnliche Herkunft für einen der eigenwilligsten deutschen Künstler überhaupt. Seine Mutter, Brigitte Renate Meese, kehrte Mitte der 1970er Jahre mit den Kindern nach Deutschland zurück, während sein Vater, der Bankier Reginald Selby Meese – gebürtig aus Newport in Wales – bis zu seinem Tod im Jahr 1988 in Japan blieb.
Wer glaubt, dass das frühe Leben von jonathan meese artist geradlinig verlief, liegt falsch. Da er nach seiner Rückkehr nach Deutschland zunächst nur Englisch sprach, hatte er erhebliche Schwierigkeiten, sich in der neuen Heimat zurechtzufinden. Diese Erfahrung des Fremdseins, des Zwischen-den-Welten-Stehens, sollte seine künstlerische Persönlichkeit nachhaltig prägen – eine Persönlichkeit, die bis heute polarisiert und begeistert zugleich.
Ausbildung und frühe Karriere – Ohne Abschluss zum Durchbruch
Von 1995 bis 1998 studierte jonathan meese an der renommierten Hochschule für bildende Künste Hamburg. Dort begegnete er Größen wie Franz Erhard Walther, Daniel Richter und Martin Kippenberger – Künstlern, die das deutsche Kunstschaffen wesentlich mitgeprägt haben. Trotzdem verließ er die Universität am Ende ohne Abschluss. Kein Diplom, aber dafür ein Netzwerk und eine künstlerische Vision, die stärker war als jedes Zeugnis.
Es war ausgerechnet Daniel Richter, der meese jonathan der Galerie Contemporary Fine Arts in Berlin empfahl und damit den Weg in die professionelle Kunstwelt ebnete. Sein erstes Ausstellungsdebüt feierte er im Frankfurter Kunstverein, ehe seine erste Einzelausstellung unter dem Titel „Glockengeschrei nach Deutz” in der Galerie Buchholz in Köln folgte. Der Rest ist Kunstgeschichte.
Künstlerisches Werk und Medien – Eine Welt voller Zeichen und Energie
Jonathan meese artist zu nennen greift eigentlich zu kurz. Denn er ist Maler, Bildhauer, Performer, Bühnenbildner und Schriftsteller in einer Person. Seine vielseitige Praxis umfasst Performance, Installation, Malerei und Skulptur, und die zentralen Themen seines Schaffens sind Macht, Begehren und Identität. Häufig integriert er sein eigenes Abbild in seine Gemälde – er selbst wird zur Figur in seinem Werk.
Sein malerischer Stil ist dem deutschen Neoexpressionismus der 1980er Jahre verpflichtet und wirkt bewusst grell, überwältigend und rückhaltlos. Auf der Leinwand verwendet jonathan meese Acrylfarbe, Wachsmalkreiden, Graphit, Tinte und Aquarell – stets in Ablehnung jeder konventionellen Malweise. Die Bilder sind oft mit gefundenen Objekten, Fotografien von Politikern oder von ihm selbst collagiert und mit politischen Manifesten in einem Mix aus Deutsch und Englisch überschrieben.
Malerei, Skulptur und Installation
Seine Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Videos und Installationen sind von einer aufgewühlten Farbpalette, ungezähmter Gestik und wild zusammengesetzten Kitschobjekten geprägt – gleichzeitig wild und spontan wirkend. Die Gesichter und Figuren in seinem Werk basieren auf fantastischen wie historischen Personen sowie auf Selbstporträts. Farbe wird nicht aufgetragen, sie wird losgelassen. Objekte werden nicht platziert, sie werden konfrontiert. Das ist die Handschrift von meese jonathan.
Zentrales Konzept: „Diktatur der Kunst”
Wer den jonathan meese artist verstehen will, muss sich mit einem zentralen Begriff auseinandersetzen: der „Diktatur der Kunst”. Im Kern seines gesamten Werkes steht dieses Konzept, mit dem er die vollständige Autonomie der künstlerischen Sprache gegenüber jeglichem ideologischen, politischen oder moralischen System behauptet. Kunst soll nicht dienen – Kunst soll herrschen.
Meeses Praxis entfaltet sich dabei als Projekt der „Totalkunst” (Gesamtkunstwerk), das Malerei, Skulptur, Installation und Performance in einem kohärenten und radikalen System verbindet. Es ist eine Art Gegenprogramm zur Vernünftigkeit, zur Berechenbarkeit, zur Angepasstheit. Und es funktioniert – weil es konsequent ist.
Performance und Theater – Wenn Kunst zur Bühne wird
In seinem anarchischen, weitgefächerten Schaffen schafft jonathan meese eine umfangreiche persönliche Mythologie mit Figuren aus Geschichte, Legende und Science-Fiction. Er verarbeitet Gestalten wie Josef Stalin, Richard Wagner und John Wayne in rohen, chaotischen Pinselhieben und konfrontativen Performances. Diese Figuren werden nicht einfach dargestellt – sie werden beschworen, zerlegt und neu zusammengesetzt.
2007 schrieb er das Theaterstück „De Frau: Dr. Poundaddylein – Dr. Ezodysseusszeusuzur” und spielte darin an der Volksbühne Berlin die Hauptrolle. Zudem entwarf er das Bühnenbild für die Uraufführung von Wolfgang Rihms Oper „Dionysus” beim Salzburger Festival 2010 – ein Werk, das international für Aufsehen sorgte. Jonathan meese ist eben nicht nur Maler. Er denkt Kunst als Gesamterfahrung.
Kollaborationen – Kunst als Dialog
So eigensinnig meese jonathan auch wirkt, er ist alles andere als ein Einzelgänger. Er arbeitete eng mit Malern wie Jörg Immendorff, Albert Oehlen, Tim Berresheim, Daniel Richter und Tal R zusammen. Mit dem Komponisten Karlheinz Essl entwickelte er gemeinsame Klang- und Rauminstallationen. Diese Zusammenarbeiten zeigen, dass sein radikales Kunstverständnis durchaus dialogfähig ist – solange die Kunst im Mittelpunkt steht.
Kontroversen – Der Künstler und die Grenzen
Kein Porträt von jonathan meese wäre vollständig ohne seine bekannteste Kontroverse. Im Juni 2013 wurde er vor einem deutschen Gericht angeklagt, weil er bei einer Bühnenperformance den Hitlergruß gezeigt hatte. Die Veranstaltung „Größenwahn in der Kunstwelt” – organisiert vom Spiegel in Kassel – hatte damit für bundesweite Schlagzeilen gesorgt. Jonathan meese selbst bezeichnete die Geste klar als künstlerischen Akt. Das Amtsgericht Kassel sah das ebenso und sprach ihn noch im selben Jahr frei.
Die Kontroverse illustriert exemplarisch, wie er arbeitet: an den Grenzen, mit den Grenzen – und manchmal jenseits davon.
jonathan meese freundin und Privatleben
Zum Privatleben von jonathan meese – und damit auch zu der häufig gesuchten Frage nach jonathan meese freundin – hält er sich konsequent bedeckt. Der Künstler, der in Ahrensburg und Berlin lebt und arbeitet, trennt sein öffentliches Auftreten als Künstler bewusst von seinem persönlichen Leben. Informationen zu seiner Freundin oder seiner privaten Beziehungssituation hat er nicht öffentlich gemacht. Wer jonathan meese kennenlernen möchte, tut das also am besten über seine Kunst – und die spricht mehr als genug für sich.
Galerievertretung und Kunstmarkt
Auf dem internationalen Kunstmarkt ist jonathan meese bestens vertreten. Er wird unter anderem repräsentiert von der Galerie Templon in Paris (seit 2001), der David Nolan Gallery in New York, der Tim van Laere Gallery in Antwerpen, der Galerie Krinzinger in Wien sowie Sies + Höke in Düsseldorf. Ein beeindruckendes Netzwerk, das seine internationale Bedeutung unterstreicht.
jonathan meese teuerstes bild
Besondere Aufmerksamkeit verdient jonathan meese teuerstes bild: das Werk „Agamemnons Hähnchenbesteck” aus dem Jahr 2003. Am 14. Oktober 2007 wurde es bei Christie’s in London für 132.500 britische Pfund – umgerechnet rund 269.500 US-Dollar – versteigert. Dieses Rekordergebnis zeigt, wie hoch der Markt die Arbeit von meese jonathan einschätzt und welchen Stellenwert er innerhalb der zeitgenössischen Kunst einnimmt.
Bedeutende Sammlungen und Museen
Die Werke von jonathan meese artist finden sich in einigen der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt. Dazu gehören das Centre Pompidou in Paris, das Museum of Modern Art (MoMA) in New York, die K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, das Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk sowie das S.M.A.K. – Stedelijk Museum voor Actuele Kunst in Gent. Eine Liste, die für sich spricht.
Einordnung und Bedeutung – Ein Künstler für die Ewigkeit?
Jonathan Meese gilt als einer der renommiertesten deutschen Künstler seiner Generation. In der Tradition von Joseph Beuys’ Konzept des Künstlers als Schamane präsentiert er sich in seinen Porträts als eine fiktive, quasi-dämonische Figur, die die kreativen Kräfte der Kunst selbst kanalisiert und „reinigt”. Er ist Provokateur und Visionär zugleich.
Innerhalb des internationalen Kunstmarkts sind die bedeutendsten Werke von jonathan meese großformatige Leinwände sowie Arbeiten, die mit seinen historischen Performancezyklen verbunden sind – Bereiche, in denen malerische Geste und künstlerische Aktion zu einem einzigen Ausdrucksstatement verschmelzen. Hier hört die Unterscheidung zwischen Objekt und Handlung auf zu existieren. Hier ist Kunst wirklich Diktatur – im besten Sinne.
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