Wer sich in Deutschland mit Themen wie Jugend, Migration, Rassismus und gesellschaftlichem Zusammenhalt beschäftigt, stößt früher oder später auf den Namen Hadija Haruna-Oelker. Die Frankfurterin ist eine der profiliertesten Stimmen im deutschen Journalismus, wenn es um Fragen von Zugehörigkeit und Vielfalt geht. Als Radiomoderatorin, Autorin und Politikwissenschaftlerin hat sie sich über Jahre hinweg einen Namen gemacht – nicht zuletzt durch ihre einfühlsame, aber klare Art, komplexe gesellschaftliche Themen verständlich zu machen.
Kurzer Steckbrief
| Kategorie | Information |
|---|---|
| Name | Hadija Haruna-Oelker |
| Geburtsjahr | 1980 |
| Wohnort | Frankfurt am Main |
| Beruf | Journalistin, Moderatorin, Autorin, Politikwissenschaftlerin |
| Ausbildung | Politikwissenschaft, Goethe-Universität Frankfurt |
| Hauptarbeitgeber | Hessischer Rundfunk |
| Bekannte Formate | Römerberggespräche, StreitBar, „Trauer & Turnschuh“ (Podcast) |
| Bücher | „Die Schönheit der Differenz“ (2022), „Zusammensein“ (2024) |
| Auszeichnungen | Kurt-Magnus-Preis (2015), Medienspiegel-Sonderpreis (2021) |
Wer ist Hadija Haruna-Oelker?
Hadija Haruna-Oelker wurde 1980 geboren und lebt bis heute in Frankfurt am Main, wo sie auch aufgewachsen ist. Nach dem Abitur entschied sie sich für ein Studium der Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt, das sie 2006 abschloss. Begleitend belegte sie Nebenfächer in Wirtschaft, Afrikastudien und Soziologie – eine Kombination, die sich später deutlich in ihrer journalistischen Arbeit widerspiegeln sollte.
Ihr Weg in den Journalismus verlief nicht geradlinig über eine klassische Ausbildung, sondern über mehrere Stationen: Von 2007 bis 2008 arbeitete sie zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich politische Soziologie an ihrer alten Universität. Danach folgte die praktische journalistische Ausbildung an der Berliner Journalisten-Schule (2008–2009). Wer sie heute im Radio hört, würde vermutlich nicht vermuten, dass sie erst 2014 und 2015 an der Hochschule der Medien in Stuttgart eine gezielte Ausbildung zur Fernseh- und Radiomoderatorin absolvierte. Diese Mischung aus wissenschaftlichem Hintergrund und handwerklicher journalistischer Ausbildung prägt bis heute ihren Stil: fundiert recherchiert, aber immer nah an den Menschen.
Stationen ihrer journalistischen Laufbahn
Bevor sie zu einer der bekannteren Stimmen des Hessischen Rundfunks wurde, sammelte Hadija Haruna-Oelker Erfahrungen bei verschiedenen Redaktionen. Zwischen 2003 und 2008 schrieb sie für das Frankfurter Stadtmagazin Frizz. Anschließend wechselte sie zum Tagesspiegel, wo sie bis 2015 als freie Autorin tätig war. Parallel dazu arbeitete sie von 2010 bis 2015 für Fluter, das Jugendmagazin der Bundeszentrale für politische Bildung, sowie von 2012 bis 2015 als Reporterin für Die Zeit.
Diese Jahre als freie Journalistin bei mehreren renommierten Medienhäusern gaben ihr die Möglichkeit, sich intensiv mit den Themen zu beschäftigen, die sie bis heute begleiten: Jugendkultur, Migration und das Ringen um gesellschaftliche Teilhabe.
Die Zeit beim Hessischen Rundfunk
Der eigentliche Wendepunkt in ihrer Karriere war der Einstieg beim Hessischen Rundfunk. Bereits 2009 arbeitete sie dort als Planungsredakteurin, 2015 folgte eine Redaktionstätigkeit für das Format „Der Tag“ auf hr2-Kultur. Seitdem ist der Sender ihr journalistisches Zuhause geblieben. Für viele Hörerinnen und Hörer in Hessen ist ihre Stimme mittlerweile fest mit fundierten, aber zugänglich aufbereiteten Beiträgen zu gesellschaftlichen Themen verbunden.
Neben ihrer Radioarbeit moderiert sie mehrere feste Formate: die Römerberggespräche in Frankfurt, das Debattenformat „StreitBar“ in der Bildungsstätte Anne Frank sowie die feministische Presserunde der Heinrich-Böll-Stiftung. Zusätzlich schreibt sie eine monatliche Kolumne in der Frankfurter Rundschau und ist gemeinsam mit dem Autor Max Czollek Host des Erinnerungspodcasts „Trauer & Turnschuh“.
Themen, die sie prägen
Wer sich näher mit dem Werk von Hadija Haruna-Oelker beschäftigt, erkennt schnell einen roten Faden: Es geht ihr immer wieder um die Frage, wer in Deutschland als „dazugehörig“ gilt – und wer nicht. Ihre journalistischen Schwerpunkte liegen auf Jugend und sozialen Themen, Rassismus- und Diversitätsforschung sowie afrodeutschen Perspektiven. Dabei verbindet sie fachliche Expertise mit persönlicher Betroffenheit, ohne dabei ihre journalistische Distanz zu verlieren.
Bemerkenswert ist auch ihre Arbeit als Übersetzerin: Gemeinsam mit Kübra Gümüşay und Uda Strätling übertrug sie das inzwischen weltberühmte Gedicht „The Hill We Climb“ von Amanda Gorman ins Deutsche – ein Projekt, das für erhebliche mediale Aufmerksamkeit sorgte und ihre Rolle als Vermittlerin zwischen Kulturen und Sprachen unterstrich.
Hadija Haruna-Oelker als Buchautorin
Neben ihrer journalistischen Tätigkeit hat sich Hadija Haruna-Oelker in den vergangenen Jahren auch als Buchautorin einen Namen gemacht. Ihr erstes persönliches Sachbuch, hadija haruna-oelker die schönheit der differenz – im Original „Die Schönheit der Differenz – Miteinander anders denken“ –, erschien Anfang 2022 und wurde für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Darin beschäftigt sie sich mit der Frage, wie eine Gesellschaft mit Unterschieden konstruktiv umgehen kann, statt sie als Problem zu behandeln.
Ihr zweites hadija haruna-oelker buch trägt den Titel „Zusammensein – Plädoyer für eine Gesellschaft der Gegenseitigkeit“ und erschien im Oktober 2024 im btb Verlag. Darin verknüpft sie erneut ihre journalistische Perspektive mit einem sehr persönlichen Blickwinkel: dem Alltag als Mutter eines Kindes mit Behinderung. Das Buch wurde von Kritikerinnen und Kritikern als eindringliches Plädoyer für echte Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe gewürdigt.
Hadija Haruna-Oelker und ihr Sohn
Ein zentraler, sehr persönlicher Aspekt in ihrem jüngsten Werk ist ihre Rolle als Mutter. 2016 wurde Hadija Haruna-Oelker Sohn geboren, der mit einer Behinderung lebt. Diese Erfahrung hat ihre journalistische und schriftstellerische Arbeit stark geprägt: Sie beschreibt sich selbst als sowohl fachliche Expertin für Diversitätsfragen als auch als das, was sie „Miterfahrungs-Expertin“ nennt – jemand, der die Themen, über die sie schreibt, im eigenen Alltag erlebt. In Interviews spricht sie offen über die Barrieren, auf die Familien mit behinderten Kindern im deutschen Bildungssystem und im Alltag stoßen, ohne dabei ihre journalistische Klarheit zu verlieren. Diese Verbindung aus persönlicher Erfahrung und professioneller Analyse macht ihre Bücher besonders eindringlich.
Auszeichnungen und Anerkennung
Die journalistische Arbeit von Hadija Haruna-Oelker wurde mehrfach ausgezeichnet. Bereits 2012 belegte sie mit einer Reportage über den 50. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens den zweiten Platz in der Audio-Kategorie des Kausa-Medienpreises. 2015 folgte eine der höchsten Auszeichnungen für junge Radiojournalistinnen und -journalisten in Deutschland: der Kurt-Magnus-Preis der ARD. 2021 erhielt sie zudem den Medienspiegel-Sonderpreis für transparenten Journalismus – eine Anerkennung, die ihre besonders offene und nachvollziehbare Arbeitsweise würdigt.
Häufig gestellte Fragen
Für welchen Sender arbeitet Hadija Haruna-Oelker?
Sie ist hauptsächlich für den Hessischen Rundfunk tätig, unter anderem für die Sendung „Der Tag“ auf hr2-Kultur.
Welche Bücher hat sie geschrieben?
Bislang veröffentlichte sie „Die Schönheit der Differenz“ (2022) und „Zusammensein“ (2024).
Worüber schreibt und spricht sie hauptsächlich?
Ihre Schwerpunkte sind Jugend und Soziales, Rassismus- und Diversitätsforschung sowie Fragen von Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe.
Fazit
Hadija Haruna-Oelker gehört zu den Journalistinnen in Deutschland, die gesellschaftliche Debatten nicht nur begleiten, sondern aktiv mitgestalten. Mit ihrer Arbeit beim Hessischen Rundfunk, ihren vielfältigen Moderationsformaten und ihren beiden Büchern hat sie sich als wichtige Stimme für Themen wie Migration, Diversität und Inklusion etabliert. Ihre Fähigkeit, persönliche Erfahrung und journalistische Sorgfalt zu verbinden, macht sie zu einer der überzeugendsten Vermittlerinnen komplexer gesellschaftlicher Fragen im deutschen Medienbetrieb.
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