Kaum ein deutscher Journalist hat die Medienlandschaft der letzten fünfzig Jahre so geprägt wie Stefan Aust. Wer aktuell nach Stefan Aust Merz sucht, stößt meist auf seine pointierten Kommentare zum Start von Bundeskanzler Friedrich Merz – doch dahinter steckt ein Mann mit einer bemerkenswert langen und vielseitigen Laufbahn. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf seinen Werdegang, sein Familienleben, seine politische Haltung und natürlich auf das, was er zuletzt über Merz gesagt hat.
Wer ist Stefan Aust?
Stefan Aust wurde 1946 in Stade geboren und wuchs auf einem kleinen Bauernhof in Niedersachsen auf. Heute zählt er zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Journalismus: Er war Chefredakteur des „Spiegel”, leitete „Spiegel TV” und ist seit 2014 Herausgeber der Tageszeitung „Die Welt”. Wer sich fragt, wer Stefan Aust eigentlich ist, bekommt schnell die Antwort: ein Journalist, der Geschichte nicht nur begleitet, sondern immer wieder selbst mitgeschrieben hat.
Nach dem Abitur probierte er sich kurz im BWL-Studium, bevor klar wurde, dass sein eigentliches Talent woanders lag. Über die Schülerzeitung kam er in Kontakt mit dem späteren Publizisten Henryk M. Broder, und über einen weiteren Bekannten landete er beim linken Magazin „konkret” – sein erster echter Schritt in den Journalismus.
Werdegang: Vom Regionalblatt zur Spiegel-Spitze
Aust sammelte seine ersten Sporen beim „Stader Tageblatt”, bevor er 1970 zum Norddeutschen Rundfunk wechselte. Dort prägte er über anderthalb Jahrzehnte das politische Magazin „Panorama”. 1987 baute er im Auftrag von Rudolf Augstein „Spiegel TV” auf, ehe er 1994 überraschend – und gegen anfänglichen Widerstand aus der Redaktion – Chefredakteur des „Spiegel” wurde. Bis 2008 blieb er in dieser Position, danach wechselte er 2014 als Herausgeber zur „Welt”, wo er bis heute wichtige Kommentare und Einordnungen liefert.
Stefan Aust und die RAF
Kein Thema ist so eng mit seinem Namen verknüpft wie Stefan Aust und die RAF. Sein 1985 erschienenes Sachbuch „Der Baader Meinhof Komplex” gilt bis heute als eines der wichtigsten Werke zur Geschichte des deutschen Linksterrorismus und wurde 2008 verfilmt. Aust hatte selbst persönliche Berührungspunkte mit den Protagonisten jener Zeit – unter anderem kannte er Ulrike Meinhof aus seiner Zeit bei „konkret” – und recherchierte über Jahrzehnte akribisch zu Prozessakten, Tonbandaufnahmen und offenen Fragen rund um die Todesnacht von Stammheim. Bis heute meldet er sich zu neuen Entwicklungen im RAF-Komplex zu Wort, etwa wenn es um die Suche nach untergetauchten früheren Mitgliedern geht.
Ehefrau und Familie
Privat lebt Stefan Aust seit vielen Jahren mit seiner Frau Katrin Hinrichs-Aust zusammen, die aus derselben norddeutschen Börde-Region stammt wie er selbst und beruflich lange eine Kinder-Casting-Agentur in Hamburg führte. Die beiden haben sich, so erzählt Aust es selbst, eher zufällig in seinem Hamburger Stammlokal wiedergetroffen – man kannte sich schon aus Kindertagen. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor, Antonia und Emilie. Wer online nach Stefan Aust Ehefrauen sucht, findet in der Pluralform meist nur eine Sucheigenheit: Belegt ist ausschließlich diese eine, langjährige Ehe – von einer früheren Beziehung oder einer offiziellen Freundin ist nichts bekannt. Zum genauen aktuellen Alter seiner Frau gibt es keine verlässlichen aktuellen Angaben, weshalb wir hier bewusst auf eine Zahl verzichten.
Die Familie lebt in Hamburg-Blankenese, betreibt daneben aber auch einen Reiterhof mit Pferdezucht in der niedersächsischen Heimat – ein Rückzugsort, den Aust selbst als seine eigentliche Wurzel beschreibt.
Politische Einstellung: Zwischen Konservatismus und Kritik
Die politische Einstellung von Stefan Aust lässt sich am ehesten als wertkonservativ und meinungsstark beschreiben. Als Herausgeber der „Welt” positioniert er sich regelmäßig zu Klimapolitik, Wirtschaft und gesellschaftlichen Debatten – oft mit einem kritischen Blick auf grüne und rot-grüne Politik. Das hat ihm wiederholt den Vorwurf eingebracht, inhaltlich in die Nähe der AfD zu rücken. In einem Interview mit der „Zeit” wies Aust das jedoch deutlich zurück: Er begebe sich nicht in die Nähe der Partei, ließ er die Redaktion wissen, wolle sich aber auch nicht vorschreiben lassen, welche Themen er kommentieren dürfe, nur weil die AfD dieselben Themen für sich beanspruche. Medienkritiker wie Stefan Niggemeier haben diese Nähe in der Vergangenheit dennoch öffentlich thematisiert, indem sie Aust-Zitate neben Aussagen von AfD-Politikern stellten.
Der Rechtsstreit mit Jan Böhmermann
Für Aufsehen sorgte in den vergangenen Jahren auch der Streit zwischen Aust und Satiriker Jan Böhmermann. Im „ZDF Magazin Royale” zeigte Böhmermann 2022 ein fiktives Fahndungsplakat, das die FDP satirisch mit der RAF verglich – darauf abgebildet war vermeintlich auch Stefan Aust, tatsächlich aber ein Foto des Schauspielers, der ihn im Film „Der Baader Meinhof Komplex” verkörperte. Aust erwirkte daraufhin eine einstweilige Verfügung, die ihm vor mehreren Instanzen – zuletzt sogar vor dem Bundesgerichtshof – recht gab. Die Auseinandersetzung Stefan Aust vs. Böhmermann zeigt, wie konsequent Aust presserechtlich gegen Darstellungen vorgeht, die er als unzutreffend empfindet.
Stefan Aust und Friedrich Merz
Damit zurück zum eigentlichen Anlass: Stefan Aust und Merz. Als Herausgeber der „Welt” und gefragter Kommentator meldet sich Aust regelmäßig zur aktuellen Bundespolitik zu Wort – zuletzt sehr kritisch zum Start von Bundeskanzler Friedrich Merz. Aust bewertete Merz’ frühe Amtszeit als „schwer angeschlagen” und äußerte sich unter anderem kritisch zu Merz’ Plänen, Klimaschutz gemeinsam mit SPD und Grünen im Grundgesetz zu verankern – aus seiner Sicht ein Schritt, der Klagen von Umweltverbänden gegen praktisch jede politische Entscheidung Tür und Tor öffnen könnte. Wichtig dabei: Es handelt sich um Austs persönliche publizistische Einschätzung, nicht um eine objektive Bewertung der Regierungsarbeit – und sie reiht sich in seine allgemein kritische Haltung gegenüber aktuellen klimapolitischen Vorhaben ein.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist Stefan Aust mit Friedrich Merz verwandt oder befreundet?
Nein. Die beiden verbindet keine private Beziehung – Aust äußert sich lediglich als Journalist und Kommentator zur Politik von Merz.
Was hat Stefan Aust über Friedrich Merz gesagt?
Er bezeichnete Merz’ Regierungsstart als angeschlagen und kritisierte insbesondere dessen klimapolitische Vorhaben.
Ist Stefan Aust mit der AfD verbunden?
Nein, das hat er selbst öffentlich zurückgewiesen. Er wird aber wegen einzelner Positionen gelegentlich in diese Nähe gerückt.
Hat Stefan Aust Kinder?
Ja, er hat zwei Töchter, Antonia und Emilie, aus seiner Ehe mit Katrin Hinrichs-Aust.
Warum stritt sich Stefan Aust mit Jan Böhmermann?
Wegen eines satirischen Fahndungsplakats im „ZDF Magazin Royale”, auf dem fälschlicherweise ein Foto von Aust verwendet wurde.
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