Wer sich in den letzten Jahren durch Modemagazine oder Instagram-Feeds gescrollt hat, ist mit ziemlicher Sicherheit schon über den Namen Ottolinger gestolpert. Zwischen zerrissenen Nähten, asymmetrischen Silhouetten und einem gewissen Rebellionsgeist hat sich die Marke einen festen Platz in der internationalen Modewelt erarbeitet. Doch was steckt eigentlich hinter dem Label, wer sind die Köpfe dahinter, und warum reden plötzlich alle über Camper x Ottolinger und Puma-Kollaborationen? Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick.
Was ist Ottolinger?
Ottolinger ist ein avantgardistisches Modelabel, das für seinen unverwechselbaren Mix aus Streetwear-Attitüde und Couture-Anspruch bekannt ist. Statt auf klassische, glattgebügelte Silhouetten setzt die Marke bewusst auf Brüche: Nähte werden sichtbar gelassen, Stoffe wirken bearbeitet oder sogar beschädigt, und trotzdem strahlen die Teile eine gewisse Eleganz aus. Genau dieser Spagat zwischen roh und raffiniert macht Ottolinger für viele Fashion-Insider so spannend. Wer einmal ein Stück des Labels in den Händen gehalten hat, versteht schnell, warum es weder in die Schublade „Streetwear” noch in die Schublade „Haute Couture” passt – Ottolinger schafft seine eigene Kategorie.
Die Gründerinnen – Christa Bösch & Cosima Gadient
Hinter Ottolinger stehen die beiden Schweizer Designerinnen Christa Bösch und Cosima Gadient. Kennengelernt haben sich die beiden während ihres Studiums an einer Kunst- und Designhochschule in Basel, wo sie schnell eine gemeinsame Leidenschaft für unkonventionelle, fast schon anti-modische Ansätze entdeckten. Statt Kleidungsstücke einfach zu entwerfen, begannen sie, sie regelrecht zu zerlegen: Stoffe wurden verbrannt, eingerissen, neu zusammengenäht – ein Prozess aus Konstruktion, Dekonstruktion und Rekonstruktion, der bis heute die DNA der Marke prägt. Kreativ leiten Bösch und Gadient das Label gemeinsam und pendeln dabei zwischen Berlin und Paris.
Geschichte der Marke – Ottolinger Berlin
Gegründet wurde Ottolinger Berlin im Jahr 2015 (je nach Quelle wird auch 2016 als offizielles Gründungsjahr genannt). Von Anfang an war klar: Diese Marke will nicht einfach nur schöne Kleidung produzieren, sondern etwas hinterfragen. Aus einem kleinen, experimentierfreudigen Projekt zweier Designerinnen entwickelte sich in wenigen Jahren ein Label, das mittlerweile auf den Laufstegen von Paris, New York und London präsent ist. Der Standort Berlin ist dabei kein Zufall – die Stadt mit ihrer rauen, kreativen Energie passt perfekt zur ästhetischen Ausrichtung von Ottolinger und dient bis heute als kreatives Zuhause der Marke, auch wenn das Duo mittlerweile auch stark in Paris verankert ist.
Der Ottolinger-Stil
Der Stil von Ottolinger lässt sich am ehesten als „Punk trifft Couture” beschreiben. Typisch sind:
- Dekonstruktion: sichtbare Nähte, ausgefranste Kanten, bewusst „unfertig” wirkende Details
- Asymmetrische Silhouetten: Schnitte, die den Körper umspielen, statt ihn starr zu formen
- Cut-outs und Straps: freizügige, körperbetonte Elemente kombiniert mit industriellen Details
- Materialexperimente: hochwertige Stoffe werden bewusst „grob” behandelt – gebrannt, gefärbt, zerrissen
Diese Handschrift zieht sich durch nahezu jede Kollektion und macht Stücke des Labels auch ohne sichtbares Logo sofort erkennbar. Inspiration holen sich die Designerinnen aus ganz unterschiedlichen Quellen: Punk-Ästhetik, Science-Fiction, aber auch ganz alltägliche Beobachtungen fließen in die Entwürfe ein.
Nachhaltigkeit bei Ottolinger
Trotz des rauen, teils „zerstörten” Looks legt Ottolinger großen Wert auf verantwortungsvolle Produktion. Recycelte und organische Materialien kommen regelmäßig zum Einsatz, alte Stoffe werden upgecycelt statt entsorgt, und auch bei den Kollaborationen – etwa mit Camper – spielt das Thema Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Das zeigt: Avantgarde und Verantwortung müssen sich nicht ausschließen.
Prominente Fans
Dass Ottolinger längst mehr ist als ein Geheimtipp, zeigt die Liste der prominenten Trägerinnen. Von Rihanna über Kim Kardashian bis hin zu Bella Hadid, Kendall Jenner und Cardi B – die Marke hat sich in den Kleiderschränken einiger der einflussreichsten Frauen der Modewelt festgesetzt. Auch in renommierten Magazinen wie Vogue, Elle und Harper’s Bazaar taucht das Label regelmäßig auf. Diese Präsenz hat dazu beigetragen, dass Ottolinger vom Berliner Nischenlabel zur international gefragten Kultmarke aufgestiegen ist.
Kollektionen & Kollaborationen
Neben den eigenen Saisonkollektionen ist Ottolinger vor allem für seine aufsehenerregenden Kollaborationen bekannt. Zwei Partnerschaften stechen dabei besonders hervor.
Camper x Ottolinger
Die Zusammenarbeit zwischen dem spanischen Schuhlabel Camper und Ottolinger zählt zu den spannendsten Cross-Overs der letzten Jahre. Bei Camper x Ottolinger treffen Campers Know-how in Sachen Komfort und Materialinnovation auf die dekonstruierte, kantige Formensprache von Ottolinger. Entstanden sind unter anderem kniehohe Boots aus recyceltem Neopren, wollige High-Boots in kräftigem Orange sowie experimentelle Sandalen-Silhouetten. Die Kollektion Camper Ottolinger wird regelmäßig erweitert – mittlerweile handelt es sich um eine der am längsten laufenden Partnerschaften der Marke, mit mehreren Auflagen seit dem ersten Release. Besonders die Ottolinger Boots aus dieser Kooperation gelten als echte Signature-Pieces: erkennbar durch quadratische Zehenpartie, auffällige Klettverschlüsse und die charakteristische, leicht futuristische Silhouette.
Puma x Ottolinger
Noch größer war die mediale Aufmerksamkeit rund um die Zusammenarbeit von Puma und Ottolinger. Das Duo Puma Ottolinger startete mit einer Capsule-Kollektion, die klassische Puma-Silhouetten wie den Mostro Boot komplett neu interpretierte – mit Chrom-Elementen, kräftigen Farbakzenten und der typischen Ottolinger-Dekonstruktion. In einer späteren Volume folgte eine noch futuristischere Linie, inspiriert von Motorsport und Science-Fiction-Ästhetik, samt Bodysuits, Leggings und weiteren Schuh-Silhouetten. Für beide Designerinnen war die Kooperation auch persönlich bedeutsam: Puma war in ihrer Jugend praktisch ihre „Alltagsuniform”, weshalb sich die Ottolinger Puma Kollektion wie eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln anfühlt.
Wo kann man Ottolinger kaufen?
Wer sich für Stücke des Labels interessiert, findet sie im offiziellen Online-Shop unter ottolinger.com sowie bei ausgewählten internationalen Retailern wie Farfetch, END. oder Kith. Gerade weil viele Teile in limitierter Auflage erscheinen, lohnt sich regelmäßiges Vorbeischauen – besonders während eines Ottolinger Sale, bei dem sich hin und wieder auch Teile aus früheren Kollektionen oder Kollaborationen zu reduzierten Preisen sichern lassen. Wer gezielt nach einem Ottolinger Sale sucht, sollte sowohl den offiziellen Shop als auch Multibrand-Plattformen im Auge behalten, da Rabattaktionen meist zeitlich begrenzt und schnell ausverkauft sind.
Fazit – Warum Ottolinger relevant bleibt
Ottolinger hat es geschafft, in einer Modewelt voller ähnlich aussehender Trends eine eigenständige, unverwechselbare Handschrift zu etablieren. Die Kombination aus dekonstruierter Ästhetik, nachhaltigem Anspruch und aufsehenerregenden Kollaborationen wie Camper x Ottolinger oder Puma Ottolinger sorgt dafür, dass das Label auch weiterhin für Gesprächsstoff sorgt. Für alle, die Mode nicht nur tragen, sondern als Ausdrucksform verstehen, bleibt Ottolinger eine der spannendsten Adressen der Gegenwart.
FAQ
Wer hat Ottolinger gegründet? Ottolinger wurde von den Schweizer Designerinnen Christa Bösch und Cosima Gadient gegründet.
Wo hat Ottolinger seinen Sitz? Das Label ist in Berlin ansässig, die Designerinnen arbeiten heute zwischen Berlin und Paris.
Was macht den Ottolinger-Stil aus? Dekonstruktion, asymmetrische Silhouetten und ein Mix aus Punk-Attitüde und Couture-Anspruch.
Gibt es einen Ottolinger Sale? Ja, sowohl im offiziellen Online-Shop als auch bei Partnerhändlern gibt es gelegentlich reduzierte Ware, meist saisonal begrenzt.
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