Sauerbraten: Das klassische Rezept wie bei Oma
Sauerbraten ist ein traditioneller deutscher Schmorbraten, der seinen unverwechselbaren Geschmack durch eine mehrtägige Marinade aus Essig, Wasser oder Wein, Wurzelgemüse und Gewürzen erhält. Anschließend wird das Fleisch angebraten und langsam geschmort, bis es wunderbar zart ist. Mit einer kräftigen, fein säuerlichen Soße, Kartoffelklößen und Rotkohl wird daraus ein beliebtes Sonntagsgericht, das besonders in der kühleren Jahreszeit auf den Tisch kommt.
Ein gutes Sauerbraten Rezept braucht vor allem drei Dinge: ein geeignetes Stück Rindfleisch, eine ausgewogene Beize und ausreichend Zeit. Wer diese Grundlagen beachtet, kann auch ohne große Kocherfahrung einen aromatischen Braten zubereiten.
In diesem Artikel erfährst du, welches Fleisch für Sauerbraten am besten geeignet ist, wie lange du ihn einlegen solltest, wie die Zubereitung im Backofen gelingt und welche Beilagen besonders gut dazu passen.
Was ist Sauerbraten und was macht ihn so besonders?
Sauerbraten gehört zu den klassischen Schmorgerichten der deutschen Küche. Anders als bei einem gewöhnlichen Rinderbraten wird das Fleisch vor dem Garen mehrere Tage in einer würzigen, säurehaltigen Flüssigkeit eingelegt. Diese sogenannte Beize verleiht ihm sein charakteristisches Aroma.
Typische Zutaten sind Essig, Wasser oder Rotwein, Zwiebeln, Möhren, Sellerie, Lorbeerblätter, Pfefferkörner, Wacholderbeeren und Gewürznelken. Nach dem Einlegen wird das Fleisch angebraten und zusammen mit einem Teil der Beize langsam geschmort.
Die Soße entsteht aus dem aromatischen Bratensatz, dem Gemüse und der Schmorflüssigkeit. Je nach Rezept wird sie mit etwas Zucker, Rosinen, Rübenkraut, Pumpernickel oder Soßenlebkuchen abgerundet.
Dabei gibt es nicht nur eine einzige richtige Zubereitungsart. Regionale Varianten unterscheiden sich bei der Wahl des Fleisches, der Marinade und der Soßenzutaten.
Welches Fleisch für Sauerbraten ist am besten geeignet?
Die Wahl des Fleisches entscheidet maßgeblich darüber, ob der Sauerbraten saftig und zart wird. Besonders geeignet sind Stücke vom Rind, die sich durch langsames Schmoren gut auflockern und ihren kräftigen Fleischgeschmack behalten.
Für ein klassisches Rezept eignen sich vor allem folgende Fleischstücke:
| Fleischstück | Eigenschaften | Eignung |
|---|---|---|
| Rinderschulter oder Rinderbug | Kräftig, gut zum Schmoren geeignet | Sehr gut |
| Rinderkeule | Eher mager, mit festem Fleisch | Gut |
| Falsches Filet | Relativ mager, gleichmäßige Form | Gut |
| Rinderwade | Bindegewebsreich und aromatisch | Sehr gut bei langem Schmoren |
Meine Empfehlung: Rinderschulter oder Rinderbug sind für einen klassischen Sauerbraten eine gute Wahl. Das Fleisch entwickelt beim langsamen Schmoren eine zarte Konsistenz und passt hervorragend zu einer kräftigen Soße.
Wer sich fragt, welches Rindfleisch für Sauerbraten infrage kommt, kann sich beim Metzger gezielt nach einem Stück zum Schmoren erkundigen. Wichtig ist, ein ausreichend großes Stück zu wählen, das gleichmäßig gegart werden kann.
Sehr magere Fleischstücke können ebenfalls funktionieren, benötigen aber besondere Aufmerksamkeit, damit sie nicht trocken werden.
Sauerbraten Rezept klassisch: Zutaten für 4 bis 6 Personen
Dieses Sauerbraten Rezept ist eine klassische Variante mit Rindfleisch, Essig, Rotwein und aromatischem Gemüse. Die Soße kann anschließend nach Geschmack süßlicher oder kräftiger abgeschmeckt werden.
Zutaten für den Braten
- 1,5 kg Rinderschulter oder Rinderbug
- 2 EL Butterschmalz
- Salz und schwarzer Pfeffer
- 1–2 TL Zucker nach Geschmack
- Etwas Speisestärke zum Binden der Soße, falls nötig
Zutaten für die Beize
- 500 ml trockener Rotwein
- 750 ml Wasser
- 250 ml Rotweinessig
- 2 Zwiebeln
- 2 Möhren
- 150 g Knollensellerie
- 2 Lorbeerblätter
- 8 schwarze Pfefferkörner
- 4 Wacholderbeeren
- 3 Gewürznelken
- 1 TL Senfkörner
Falls das Fleisch in deinem Gefäß nicht vollständig bedeckt ist, kannst du die Flüssigkeitsmenge entsprechend erhöhen. Halte dabei das Verhältnis von Wasser beziehungsweise Wein zu Essig ausgewogen, damit der Braten nicht zu sauer wird.
Zutaten für eine besonders kräftige Soße
- 1–2 EL Rübenkraut oder etwas Zucker nach Geschmack
- 30–40 g zerbröselter Pumpernickel oder Soßenlebkuchen, optional
- 1–2 EL Rosinen, optional
- Etwas Salz, Pfeffer und bei Bedarf Wasser oder Brühe
Diese zusätzlichen Zutaten passen besonders gut zu einem rheinischen Sauerbraten. Für eine klassische Soße ohne regionale Süßungsmittel kannst du sie einfach weglassen.
Sauerbraten einlegen: So gelingt die richtige Beize
Das Einlegen ist ein entscheidender Schritt, wenn du einen aromatischen Braten zubereiten möchtest. Die Beize sollte das Fleisch möglichst vollständig bedecken und ihm ausreichend Zeit geben, die Gewürzaromen aufzunehmen.
1. Gemüse und Gewürze vorbereiten
Schäle die Zwiebeln, Möhren und den Sellerie und schneide sie in grobe Stücke. Gib das Gemüse zusammen mit Lorbeerblättern, Pfefferkörnern, Wacholderbeeren, Nelken und Senfkörnern in einen Topf.
2. Beize aus Essig und Wasser zubereiten
Gib Rotwein, Wasser und Essig dazu. Erhitze die Flüssigkeit und lasse sie einige Minuten leicht köcheln, damit sich die Aromen entfalten.
Lasse die Beize anschließend vollständig abkühlen, bevor du sie mit dem rohen Fleisch zusammenbringst. So vermeidest du, dass die heiße Flüssigkeit die Oberfläche des Fleisches ungewollt erhitzt.
3. Fleisch in die Beize legen
Lege das Fleisch in ein geeignetes Glas-, Keramik- oder Edelstahlgefäß. Gieße die vollständig abgekühlte Beize darüber, bis der Braten möglichst komplett bedeckt ist.
Decke das Gefäß ab und stelle es in den Kühlschrank. Wende das Fleisch einmal täglich mit sauberen Küchenutensilien, damit es gleichmäßig von der Beize umgeben bleibt.
4. Wie lange sollte man Sauerbraten einlegen?
Für viele klassische Rezepte sind drei bis fünf Tage eine gute Orientierung. Kürzere Marinierzeiten ergeben meist einen milderen Geschmack, während eine längere Einlegezeit das Aroma intensiver werden lassen kann.
Die genaue Dauer hängt von der Größe des Fleischstücks, der Zusammensetzung der Beize und dem gewünschten Geschmack ab. Längeres Einlegen macht den Braten nicht unbegrenzt besser.
Rohes Fleisch muss während der gesamten Marinierzeit ausreichend gekühlt und abgedeckt bleiben. Für eine mehrtägige Lagerung ist ein gut eingestellter Kühlschrank wichtig.
Sauerbraten einlegen: Omas Rezept und die richtige Zubereitung der Beize
Wer nach einem Rezept für Großmutters Sauerbraten sucht, stößt häufig auf traditionelle Varianten mit wenigen, aber aromatischen Zutaten. Essig, Zwiebeln, Wurzelgemüse, Lorbeer und Wacholder bilden dabei eine bewährte Grundlage.
Beim Original Sauerbraten einlegen gibt es allerdings keine einheitliche Rezeptur, die für jede Region gilt. Manche Familien verwenden überwiegend Wasser und Essig, andere ergänzen Rotwein oder weitere Gewürze.
Sauerbraten-Beize kochen oder nicht?
Die Beize kann kurz aufgekocht werden, damit das Gemüse und die Gewürze ihre Aromen an die Flüssigkeit abgeben. Wichtig ist, dass sie anschließend vollständig abkühlt, bevor das rohe Fleisch hineingelegt wird.
Du kannst die Zutaten auch ohne vorheriges Kochen ansetzen. Die gekochte Variante ist jedoch praktisch, wenn du die Gewürze gleichmäßig in der Flüssigkeit verteilen möchtest.
Sauerbraten einlegen mit Essig und Wasser
Wer auf Rotwein verzichten möchte, kann die Beize auch mit Wasser und Essig zubereiten. Ergänze Zwiebeln, Möhren, Sellerie, Lorbeer, Pfeffer, Wacholder und Nelken für eine aromatische Grundlage.
Verwende nicht automatisch möglichst viel Essig. Eine zu aggressive Säure kann den Geschmack dominieren, während eine ausgewogene Beize den Fleischgeschmack unterstützt.
Sauerbraten zubereiten: Schritt für Schritt
Nach der Marinierzeit beginnt die eigentliche Zubereitung. Entscheidend sind eine gute Bräunung, eine ausreichende Menge Schmorflüssigkeit und eine moderate Gartemperatur.
Schritt 1: Fleisch aus der Beize nehmen
Nimm den Sauerbraten aus der Marinade und lasse ihn gut abtropfen. Tupfe ihn anschließend mit Küchenpapier trocken.
Dieser Schritt ist wichtig, weil feuchtes Fleisch beim Anbraten weniger gut bräunt. Gieße die Beize nicht weg, denn sie kann nach dem Abseihen als Grundlage für die Soße dienen.
Schritt 2: Fleisch rundherum anbraten
Erhitze das Butterschmalz in einem schweren Bräter. Brate den Braten von allen Seiten kräftig an, bis sich eine goldbraune Kruste bildet.
Würze das Fleisch mit Salz und Pfeffer. Achte darauf, dass das Fett heiß genug ist, aber nicht verbrennt.
Schritt 3: Gemüse und Schmorflüssigkeit hinzufügen
Gib das abgetropfte Gemüse aus der Beize zum Braten und brate es kurz mit an. Lösche alles mit einem Teil der abgeseihten Beize ab.
Die Flüssigkeit sollte den Braten nicht vollständig bedecken, sondern als Schmorflüssigkeit im Bräter stehen. Lege den Deckel auf und gare das Fleisch bei niedriger bis mittlerer Hitze.
Schritt 4: Den Braten langsam garen
Schmore den Sauerbraten im Backofen bei ungefähr 160–170 °C Ober-/Unterhitze. Wende ihn bei Bedarf und kontrolliere zwischendurch, ob noch genügend Flüssigkeit im Bräter ist.
Gieße bei Bedarf etwas von der restlichen Beize oder Wasser nach. Der Braten ist fertig, wenn sich eine Fleischgabel leicht einstechen lässt und das Fleisch zart ist.
Schritt 5: Die Soße zubereiten
Nimm das Fleisch aus dem Bräter und lasse es kurz ruhen. Gieße die Schmorflüssigkeit durch ein Sieb und drücke das Gemüse leicht aus, damit möglichst viele Aromen in die Soße gelangen.
Lasse die Flüssigkeit bei Bedarf einkochen. Schmecke die Soße mit Salz, Pfeffer und bei Bedarf einer kleinen Menge Zucker oder Rübenkraut ab.
Für eine sämigere Konsistenz kannst du etwas Speisestärke nach Packungsanweisung einrühren. Bei der rheinischen Variante sorgen zerbröselter Pumpernickel, Soßenlebkuchen und Rosinen für eine kräftigere, leicht süßliche Note.
Schritt 6: Aufschneiden und servieren
Schneide den Sauerbraten quer zur Faser in Scheiben. Richte ihn auf einer vorgewärmten Platte an und gib etwas Soße darüber.
Serviere die restliche Soße separat, damit sich jeder nach Geschmack bedienen kann.
Sauerbraten im Backofen: Wie lange muss er schmoren?
Die Schmorzeit hängt nicht nur vom Gewicht, sondern auch von der Dicke und Form des Fleischstücks sowie von der tatsächlichen Ofentemperatur ab. Deshalb sind Zeitangaben immer Richtwerte und ersetzen nicht die Garprobe.
| Gewicht des Sauerbratens | Ungefähre Schmorzeit bei 160–170 °C |
|---|---|
| 1 kg | Etwa 1,5–2,25 Stunden |
| 1,5 kg | Etwa 2–3 Stunden |
| 2 kg | Etwa 2,5–3,5 Stunden |
Wie lange braucht 1 kg Sauerbraten im Backofen?
Ein etwa 1 kg schwerer Sauerbraten benötigt bei 160–170 °C häufig zwischen 90 und 135 Minuten. Prüfe gegen Ende der Garzeit, ob das Fleisch bereits weich ist.
Lässt sich die Fleischgabel noch schwer einstechen, braucht der Braten weitere Zeit. Gib bei Bedarf etwas Flüssigkeit hinzu, damit die Soße nicht zu stark reduziert.
Wie lange braucht ein 2-kg-Sauerbraten im Backofen?
Ein Sauerbraten mit 2 kg Gewicht kann ungefähr 2,5 bis 3,5 Stunden benötigen. Besonders dicke Stücke können länger brauchen als flachere Braten mit demselben Gewicht.
Verlasse dich daher nicht allein auf die Uhr. Die gewünschte Zartheit ist der wichtigste praktische Hinweis darauf, dass der Braten fertig ist.
Sauerbraten im Schnellkochtopf: Geht das schneller?
Ja, ein Schnellkochtopf verkürzt die Schmorzeit deutlich. Die mehrtägige Marinierzeit bleibt davon allerdings unberührt, wenn du den typischen Geschmack eines klassischen Sauerbratens erreichen möchtest.
Für einen Braten von ungefähr 1 kg sind je nach Rezept und Gerät etwa 50–75 Minuten unter Druck möglich. Beachte immer die Angaben des Herstellers und die vorgeschriebene Flüssigkeitsmenge.
So gehst du vor:
- Nimm das Fleisch aus der Beize und tupfe es trocken.
- Brate es im geöffneten Schnellkochtopf rundherum an.
- Gib Gemüse und die vorgesehene Menge Schmorflüssigkeit hinzu.
- Verschließe den Topf und gare den Braten gemäß Rezept und Geräteanleitung.
- Lasse den Druck sicher ab, bevor du den Deckel öffnest.
- Prüfe die Zartheit und bereite die Soße nach Wunsch durch Einkochen oder Binden zu.
Der Schnellkochtopf ist eine praktische Alternative, wenn du wenig Zeit hast. Für eine besonders kräftige Soße kann es sich trotzdem lohnen, die Schmorflüssigkeit anschließend noch einige Minuten offen einkochen zu lassen.
Rheinischer Sauerbraten: Was ist der Unterschied?
Der rheinische Sauerbraten ist eine bekannte regionale Variante mit einer charakteristischen süß-sauren Soße. Neben der Beize spielen dabei Zutaten wie Rosinen, Rübenkraut, Pumpernickel oder Aachener Printen eine Rolle.
Diese Zutaten gleichen die Säure aus und verleihen der Soße eine dunkle Farbe sowie eine besondere Geschmacksfülle. Wie süß die Soße sein soll, hängt vom Familienrezept ab.
Während manche Varianten eher säuerlich bleiben, schmecken andere deutlich süßer und würziger. Gerade deshalb lohnt es sich, die Soße am Ende vorsichtig abzuschmecken, statt Süßungsmittel direkt in großen Mengen hinzuzugeben.
So gelingt die rheinische Soße
Für eine rheinische Note kannst du die fertige Schmorflüssigkeit mit folgenden Zutaten ergänzen:
- Rosinen: Bringen fruchtige Süße.
- Rübenkraut: Rundet die Säure ab und sorgt für ein kräftiges Aroma.
- Pumpernickel oder Printen: Geben der Soße mehr Körper und eine würzige Note.
Gib die Zutaten zunächst in kleinen Mengen hinzu und lasse die Soße einige Minuten köcheln. So kannst du Geschmack und Konsistenz besser kontrollieren.
Welches Gemüse passt zu Sauerbraten?
Das richtige Gemüse liefert zusätzliche Aromen für die Beize und die Soße. Dabei sind nicht alle Gemüsesorten gleich gut geeignet.
Klassisch verwendet werden:
- Möhren: Sie bringen eine leichte Süße mit.
- Sellerie: Er sorgt für eine kräftige, erdige Note.
- Zwiebeln: Sie geben der Soße Tiefe und Würze.
- Lauch: Er eignet sich als zusätzliche aromatische Komponente.
Das Gemüse wird in der Regel grob geschnitten und gemeinsam mit der Beize verwendet. Beim Schmoren entwickelt es einen intensiven Geschmack, der der späteren Soße zugutekommt.
Frische Petersilie oder etwas Schnittlauch können beim Servieren einen zusätzlichen frischen Akzent setzen.
Welche Beilagen passen zu Sauerbraten?
Sauerbraten wird besonders gern mit Beilagen serviert, die die Soße aufnehmen oder einen angenehmen Kontrast zum kräftigen Fleisch bilden.
| Beilage | Warum sie gut passt |
|---|---|
| Kartoffelklöße oder Semmelknödel | Nehmen die würzige Soße gut auf |
| Salzkartoffeln | Eine einfache, klassische Ergänzung |
| Kartoffelpüree | Passt zu einer sämigen Bratensoße |
| Rotkohl | Ergänzt das Gericht mit einer fruchtig-würzigen Note |
| Apfelrotkohl | Bringt eine leichte Süße mit |
| Spätzle | Ideal für alle, die viel Soße mögen |
| Rosenkohl oder grüne Bohnen | Sorgen für einen herzhaften Gemüseanteil |
Für ein festliches Sonntagsessen sind Kartoffelklöße und Rotkohl eine besonders passende Kombination. Wenn du es etwas leichter halten möchtest, kannst du den Braten auch mit Salzkartoffeln und gedünstetem Gemüse servieren.
Kann Sauerbraten beim Einlegen schlecht werden?
Ja. Auch wenn Essig in der Beize enthalten ist, wird rohes Fleisch dadurch nicht automatisch unbegrenzt haltbar. Eine ungeeignete Kühlschranktemperatur, bereits verdorbenes Ausgangsmaterial oder mangelnde Küchenhygiene können dazu führen, dass der Braten während der Einlegezeit verdirbt.
Beachte diese Regeln:
- Verwende frisches Fleisch und halte die Kühlhinweise der Verpackung ein.
- Lagere den Braten während des Einlegens durchgehend im Kühlschrank, möglichst bei 2–4 °C.
- Bewahre ihn in einem abgedeckten, lebensmittelechten Gefäß auf.
- Halte rohes Fleisch von verzehrfertigen Lebensmitteln getrennt.
- Reinige Hände, Messer, Bretter und Arbeitsflächen nach dem Kontakt mit rohem Fleisch.
Wenn das Fleisch auffällig riecht, eine ungewöhnlich klebrige Oberfläche hat oder andere deutliche Verderbsmerkmale zeigt, solltest du es entsorgen. Versuche nicht, verdorbenes Fleisch durch zusätzlichen Essig, langes Schmoren oder starkes Würzen zu retten.
Häufige Fehler bei der Sauerbraten-Zubereitung
Auch ein einfaches Sauerbraten Rezept kann misslingen, wenn einige grundlegende Punkte nicht beachtet werden.
Das Fleisch wird trocken: Häufig liegt das an einem zu mageren Stück, einer zu hohen Temperatur oder einer unzureichenden Schmorflüssigkeit. Wähle geeignetes Schmorfleisch und gare es langsam.
Die Soße schmeckt zu sauer: Das kann an einer zu konzentrierten Beize liegen. Gleiche die Säure vorsichtig mit etwas Wasser, Brühe oder einer kleinen Menge Zucker aus.
Der Braten wird nicht zart: Er braucht möglicherweise einfach mehr Zeit. Längeres, schonendes Schmoren ist oft die richtige Lösung.
Die Soße bleibt dünn: Lass sie offen einkochen oder binde sie mit etwas angerührter Speisestärke.
Der Braten bekommt keine schöne Farbe: Tupfe ihn vor dem Anbraten trocken und erhitze das Fett ausreichend. Brate das Fleisch ohne unnötige Flüssigkeit im Bräter an.
Sauerbraten aufbewahren und vorbereiten
Sauerbraten lässt sich gut vorbereiten und eignet sich daher auch für Familienessen oder Gäste. Viele Arbeitsschritte kannst du bereits am Vortag erledigen.
Die Beize sollte rechtzeitig angesetzt werden, damit das Fleisch ausreichend Zeit zum Marinieren hat. Der fertige Braten kann außerdem im Kühlschrank aufbewahrt und später schonend wieder erwärmt werden.
Gegarte Reste solltest du zeitnah abkühlen, in saubere, verschlossene Behälter füllen und im Kühlschrank lagern. Verbrauche sie innerhalb von zwei bis drei Tagen oder friere sie für eine längere Aufbewahrung ein.
Zum Aufwärmen eignen sich ein Topf bei niedriger Temperatur oder ein abgedeckter Bräter im Backofen. Gib bei Bedarf etwas Wasser oder Soße hinzu, damit die Fleischscheiben nicht austrocknen.
Häufig gestellte Fragen zum Sauerbraten
Wie lange muss Sauerbraten einlegen?
Drei bis fünf Tage sind für viele klassische Rezepte eine gute Orientierung. Entscheidend ist, dass das Fleisch während der gesamten Zeit gekühlt bleibt und vollständig oder möglichst weitgehend mit Beize bedeckt ist.
Muss man den Sauerbraten-Sud kochen oder nicht?
Die Beize kann vor dem Einlegen kurz aufgekocht werden, sollte aber vor dem Kontakt mit dem rohen Fleisch vollständig abgekühlt sein. Für die Soße kannst du die abgeseihte Marinade verwenden, sofern das Fleisch frisch war und hygienisch gelagert wurde. Die Flüssigkeit muss vor dem Servieren gründlich erhitzt werden.
Welches Fleisch vom Rind ist für Sauerbraten am besten?
Rinderschulter und Rinderbug sind sehr gut geeignet, weil sie sich zum langsamen Schmoren eignen. Auch Rinderkeule, Wade oder falsches Filet kommen infrage, wenn die Schmorzeit an das jeweilige Fleischstück angepasst wird.
Wie lange muss ein 1-kg-Sauerbraten schmoren?
Im Backofen bei ungefähr 160–170 °C dauert es oft 1,5 bis 2,25 Stunden. Prüfe die Zartheit gegen Ende der Garzeit mit einer Fleischgabel, statt dich ausschließlich auf die Uhr zu verlassen.
Kann man Sauerbraten ohne Rotwein machen?
Ja. Wasser und Essig ergeben ebenfalls eine aromatische Beize. Mit Zwiebeln, Wurzelgemüse, Lorbeer, Wacholder und Pfeffer kannst du auch ohne Rotwein einen kräftigen Geschmack erzielen.
Ist Sauerbraten im Schnellkochtopf genauso gut?
Der Schnellkochtopf verkürzt die Schmorzeit erheblich und kann sehr zartes Fleisch liefern. Das Aroma der Beize und die Qualität der Soße hängen jedoch weiterhin von den Zutaten, der Marinierzeit und dem abschließenden Abschmecken ab.
Welche Beilagen gehören traditionell zu Sauerbraten?
Kartoffelklöße, Semmelknödel, Rotkohl und Kartoffeln zählen zu den beliebtesten Beilagen. Beim rheinischen Sauerbraten passen außerdem eine leicht süßliche Soße, Rosinen und Rübenkraut besonders gut.
Fazit: Mit Geduld gelingt Sauerbraten wie bei Oma
Ein gelungener Sauerbraten lebt von der richtigen Fleischwahl, einer ausgewogenen Beize und einer ausreichend langen Schmorzeit. Ob du dich für ein klassisches Rezept, eine Variante nach Großmutters Art oder einen rheinischen Sauerbraten entscheidest, bleibt deinem Geschmack überlassen.
Mit Rinderschulter, Essig, aromatischem Gemüse und ausgewählten Gewürzen erhältst du eine kräftige Grundlage für einen saftigen Braten. Achte auf eine durchgehende Kühlung während des Einlegens und prüfe beim Schmoren regelmäßig, ob das Fleisch schon zart genug ist.
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